Interview

Sabine Jäger/Annabell Degler

Bericht "Jüdischer Friedhof Buttenhausen"

Das Projekt „Jüdischer Friedhof Buttenhausen“ ist aus einer im Sommersemester 2008 am Historischen Seminar der Universität Heidelberg angebotenen Übung zur Neueren Geschichte hervorgegangen. Die Buttenhäuser Albgemeinde bestand bis zur Zeit des Nationalsozialismus aus einer jüdischen und einer christlichen Gemeinde und stellte insofern eine Besonderheit in Württemberg dar, dass die Religionsgemeinschaften hier zahlenmäßig lange Zeit nahezu gleich groß waren.

Heute zeugt nurmehr der alte Friedhof von der früheren Größe der ausgelöschten jüdischen Gemeinde. Die Restaurierung und Pflege der Grabsteine ebenso wie die Dokumentation der Geschichte der Juden in Buttenhausen ist in großen Teilen auf Walter Ott zurückzuführen. Seine Lebensgeschichte war bereits mehrmals Gegenstand von Zeitungsberichten und Filmbeträgen, u.a. von Lea Rosch.

Im Zentrum des Projekts stand ein ausführliches Interview mit Walter Ott, in dem unter anderem seine Motivation zur Erhaltung des Friedhofs, die Erinnerung an das jüdische Leben und die politischen Rahmenbedingungen der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Buttenhausen diskutiert wurden. Ergänzend wurden die Quellenbestände gesichtet und in Teilen ausgewertet. Den Entschluss, auch eine Datenbank zur vollständigen Erfassung der Grabsteine, der Inschriften und der Grabkunst zu erstellen, fassten wir vor Ort bei unserem ersten Besuch in Buttenhausen.

Unsere Projektgruppe umfasste zwölf Studierende und wurde wissenschaftlich begleitet von Dr. Esther Graf und Manja Altenburg von der Agentur für Jüdische Kulturvermittlung Altenburg & Graf.

Wir unternahmen zwei Exkursionen nach Buttenhausen. Bei unserem ersten Besuch vom 30.5.-1.6.2008 fotografierten wir alle Grabsteine, erstellten einen Plan des Friedhofes und untersuchten die Grabkunst als kulturgeschichtliche Quelle. Aufgrund der Erkrankung von Herrn Ott wurde das Interview um zwei Monate verschoben.

Nach unserer Rückkehr nach Heidelberg erfolgte die Aufnahme und Dokumentation aller Grabsteine des Friedhofes in einer selbst erstellten Datenbank. Dazu musste eine umfangreiche digitale Optimierung und Nachbearbeitung der Bilddokumente erfolgen. Gleichzeitig begann die Arbeit an den ersten begleitenden Texten für die Website.

Walter Ott konnte im Rahmen der zweiten Exkursion vom 23.7.-25.7.2008 ausführlich zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Buttenhausen interviewt werden. Zugleich sichteten und studierten wir das von ihm zusammengetragenen Archivgut zur jüdischen Lokalgeschichte. Seine umfangreiche Korrespondenz mit Buttenhäuser Emigranten und ihren Nachfahren in aller Welt stellen eine wertvolle Quelle zur Erforschung transnationaler Erinnerung und Identität dar. An dieser Stelle sei unser herzlicher Dank für drei Tage geduldige und nimmermüde Unterstützung und fruchtbare Diskussionen ausgesprochen.

Nach der Veröffentlichung der Datenbank zu den Grabsteinen, der Aufsätze zur Grabkunst und des Interviews mit Walter Ott steht nun die Auswertung der statistischen Informationen zur jüdischen Gemeinde (u.a. anhand der Daten auf den Grabsteinen), der Korrespondenz Otts nach 1945 und der Akten zum Nationalsozialismus in Buttenhausen und Münsingen an.

 

Mitglieder

Mitglieder des Projekt/Übung "Jüdischer Friedhof Buttenhausen",
Sommersemester 2008

    Annabell Degler

    Christian Störtz

    Daniel Wurth

    Dominik Schaller (dominik.j.schaller@zegk.uni-heidelberg.de)

    Johannes M. Wagner

    Jun Zhu

    Kilian Schultes (kilian.schultes@zegk.uni-heidelberg.de)

    Kyrill Johannes Kolew

    Max Gawlich

    Nina Gaiser

    Sabine Jäger

    Susanne Hohler

    Thomas Engelhardt

    Timo Holste

in Kooperation mit

AltenburguGraf

Manja Altenburg (altenburg@juedische-kulturvermittlung.de)

Dr. Esther Graf (graf@juedische-kulturvermittlung.de)

http://www.juedische-kulturvermittlung.de/