Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Dissertationsarbeit von
Dr. Sebastian Emling

Die am 11. September 2001 in New York City verübten Terroranschläge auf die Zwillingstürme des World Trade Centers stellen zweifelsohne eine Zäsur in der amerikanischen Geschichte dar. Doch inwiefern ist dieses Ereignis und der in den Jahren darauf folgende Diskurs um eine "Post American World" (vgl. Zakaria 2008) von Bedeutung für die amerikanische Religionsgeschichte und für das Konzept American Civil Religion, das Robert N. Bellah vor mehr als vierzig Jahren entwickelte?

Dieses Forschungsvorhaben setzt sich kritisch mit dem theoretischen Konzept American Civil Religion auseinander und möchte bezüglich Bellahs a priori Annahme einer überzeitlichen und überkontextuellen American Civil Religion eine empirische Untersuchung anstellen. Unter Zuhilfenahme literaturwissenschaftlicher Arbeitsmethoden sollen Primärquellen des letztlich siegreichen Kandidaten Barack Obama aus dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf des Jahres 2008 einer qualitativen Inhaltsanalyse (vgl. Mayring 2007) unterzogen werden. Kann man in den Reden des Bewerbers um das Präsidentenamt einen Glauben an die USA als transzendente Ordnungsinstanz feststellen? Unterscheidet sich Obamas Verwendung religiöser Semantiken in seinen Reden von denen seiner Konkurrenten um das Amt des Präsidenten bzw. vorheriger Präsidentschaftskandidaten? Wie konstruiert Barack Obama im Rückgriff auf eben solche religiösen Semantiken eine "presidential brand", die sich von jener seiner Mitbewerber unterscheidet?

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Letzte Änderung: 05.08.2016