Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Martial Arts/ Kampfkunst

Die Rezeption von insbesondere asiatischen bzw. asiatisch inspirierten Kampfsportarten (martial arts) als Praxis einer ganzheitlichen Selbstoptimierung hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. in urbanen Mittelschichten in einem globalen Maßstab etabliert. Dabei werden diese Kampfkünste in verschiedenen Kontexten verortet: von Erziehung bis Well-being, über die Disziplinierung von Kindern bis hin zu spiritueller Selbstfindung unter Einbezug buddhistischer und esoterischer Motive. Die trainingswissenschaftliche Vereinheitlichung von Kampfsport und die als pädagogisch wirksam erachtete Erziehung zu Disziplin verknüpfen diese Motive, Praktiken und Vorstellungen mit der Erhöhung von Leistungsbereitschaft durch eine zugeschriebene spirituelle Praxis. Asiatische Kampfsportarten reihen sich daher innerhalb hochindustrieller Gesellschaften in religiöse bzw. spirituelle Praktiken der Post-Säkularisierung ein.

Projekte

  • Martial Arts zwischen Sport und Spiritualität - Transformation und Dynamik

Literatur

  • Mit Esther Berg: "Become your Best". On the Construction of Martial Arts as Means of Self-Actualization and Self-Improvement, in: JOMEC Journal, Martial Arts Studies, Juni 2014.
  • Mit Hartmut Zinser: Zen, Reiki und Karate. Japanische Religiosität in Europa, Münster, Hamburg, London: Lit Verlag 2002.
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Letzte Änderung: 20.07.2016